DEUTSCH-CHINESISCHE JUGENDTAGE 2010
9. DCJ vom 16. bis 18. Juli 2010
Drei Tage der interkulturelle Begegnung zwischen Kindern und Jugendlichen aus Deutschland und China bieten ein vielfältiges Programm. Die Liebe zu Musik, Kunst und Tanz miteinander zu teilen, gibt die Möglichkeit, sich spielerisch beim gemeinsamen Musizieren und Tanzen kennenzulernen. Über 200 Teilnehmer aus China waren bei den Jugendtagen in Berlin zu Gast. Junge Künstler aus Deutschland und China präsentierten ihr Können aus den Bereichen Musik und Tanz auf verschiedenen Berliner Bühnen.
Eröffnungskonzert
Kulturelle Vielfalt prägte die Eröffnungsfeier in der wunderschönen Max-Taut-Aula im Bauhausstil. Eröffnet wurde das Konzert von Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung Herrn Prof. Dr. Jürgen E. Zöllner und Herrn Li Nianping, Gesandter des Botschaftsrats der Volksrepublik China.
Den schillernden Auftakt bestritt die Kindertanzgruppe unter der Leitung der renommierten Tänzerin Luo Caiwen des Kindergartens Mommy Baby aus Chengdu im Südwesten Chinas und repräsentierten ihre Region mit den stilvollen Volkstanz "Fröhliche Kinder des Volkes der Yi".
Deutsche und Chinesischen Volkslieder präsentierte der Kinderchor der Haiman Kunstschule aus Shanghai. Weitere musikalische Leckerbissen am Flügel boten die Klaviergruppe der Haiman Kunstschule und Kinder des künstlerischen Workspace "Boten für die Kunst" dar.
Orientale Atmosphäre schuf das Wushu Team mit Kung-Fu made in Berlin. Akkordenmusik vom Feinsten vom Jugend-Akkordeon-Orchester der Shanghaier Philharmoniker unter der Leitung des Vize-Direktors der Sektion Akkordeon des Musikverbands Shanghai, Herrn Fan Yangcheng,bereicherten das Programm mit französischen Klängen à la chinoise.
Kunst, Tanz und Artistik kombinierte die Kunstgruppe der Experimentellen Fremdsprachenschule aus Wuhan in ihrer Performance, die eine Symbiose aus Malerei, Tanz und Gesangselementen darstellte. Der in Zusammenarbeit entstandene Tanz des Tanzteam Step by Step aus Berlin und der Tanzgruppe des Jugendpalasts Harbin "Schneeflöckchen" aus dem hohen Norden Chinas rundeten das wirklich facettenreiche Programm ab.
Workshops
Jugendliche beider Länder fanden Raum für gemeinsames Lernen und Schaffen in den unterschiedlichen Workshops. Es wurde im Tanzworkshop unter der Leitung von Evelyn Richter vom Tanzteam Step by Step eine eigens entwickelte Choreografie mit deutschen und chinesischen Jugendlichen zur auftrittsreife gebracht. Der künstlerische Workshop ausgerichtet von der Jugendkunstschule Atrium machte eine Exkursion in den Berliner Zoo. In den Räumen der Musikschule Charlottenburg-Wilmersdorf fanden zahlreiche Klavierworkshops statt.
Akkordeon- und Klavierwettbewerbe
Im freundschaftlichen Wettstreit präsentierten deutsche und chinesische Jugendliche ihr Können. Der Akkordeonwettbewerb wurde in der Max-Taut-Aula ausgetragen. Der Klavierwettbewerb füllte ein ganzes Abendkonzert in der St.-Jacobi-Kirche in Berlin-Kreuzberg.
Die jüngste Teilnehmerin, die fünfjährige Zhou Jinyu aus Kunming im Süden Chinas, spielte ein Arrangement von Bruder Jacob. Der älteste Teilnehmer, Nico Fischer aus Berlin, berührte sein Publikum mit der Gymnopedie von Erik Satie. Durch technische Virtuosität und emotionale Dichte überzeugten die ersten drei Plätze Shen Xiaxin, Wang Yuewen und Wang Mengrui von der Klaviergruppe der Haiman Kunstschule Shanghai
Parade am Brandenburger Tor
Bei schönstem Sonnenschein und im historischen Ambiente begeisterte die schwungvolle Akkordeonmusik der Philharmoniker Shanghai die anwesenden Berliner und Berlinbesucher. Besonders bezaubernd war der Kinderchor der Kindergartengruppe Mommy Baby aus Chengdu mit traditionell chinesischen Volksliedern und dem Heintje Evergreen "Kleine Kinder kleine Sorgen".
Nach nur wenigen Augenblicken waren beide Gruppen von hunderten Touristen und Gästen aus aller Welt umringt und das beliebtes Fotomotiv auf dem Pariser Platz. Nach einigen Stücken, die sie abwechselnd gespielten hatten, wagten sie Werke aus ihrem Repertoire zusammen zu spielen. Eine zarte Annäherung zwischen Fanfaren- und Akkordeonmusik begann und sie ernteten reichlich Applaus.
Abschlusskonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche
Den feierlichen Abschluss der 9. Deutsch Chinesischen Jugendtage bildete das Konzert in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg. Hier präsentierten die Besten des Klavierwettbewerbs ihr ausgezeichnetes Können und erfüllten den gotischen Kuppelbau atmosphärisch. Das Klavierkonzert auf internationalem Spitzenniveau wurde mit chinesisch traditionellem Chorgesang der Haiman Kunstschule Shanghai abgerundet.
Highlight mit der Mingxing Grundschule aus Dalian
Begleitet von winterlichem Schneefall nahm eine Gruppe von mehr als 50 Schülern und Lehrern der Mingxing Grundschule aus Dalian unter Leitung der Schuldirektorin, Frau Song Chunlan, an der vom Verein zur Förderung des internationalen Austausches für Künste und Erziehung organisierten Serienveranstaltung "Wintermärchen in Berlin" teil. Die aus der Hafenstadt Dalian angereisten Schüler nahmen mit ihren Altergenossen aus der deutschen Hauptstadt gemeinsam an Unterricht und Workshops teil, aßen zusammen und verbrachten einen fröhlichen und abwechslungsreichen Tag.

Am Morgen des 16. Januars 2011 war es in Berlin noch etwas kalt und um die Freunde aus der Ferne zu begrüßen, schickte der Himmel Schneeflocken herab. Die Vorsitzende des Vereins zur Förderung des internationalen Austausches für Künste und Erziehung, Frau Dr. Huang Mei, und der Leiter der Kunstschule Atrium, Lutz Lienke, und die vielen Schüler gingen Hand in Hand zum Atrium.

Im Aufführungssaal der Atrium Kunstschule tauschten Herr Lienke und Frau Song bei einer herzlichen Begrüßungsfeier Geschenke aus.
Danach gingen die Schüler in kleinen Gruppen zur Bettina-von-Arnim-Oberschule und zur Hannah-Höch-Grundschule und besichtigten dort nicht nur das Schulgelände, sondern nahmen auch zusammen mit ihrem deutschen Kameraden an handwerklichem und künstlerischem Unterricht teil. Freundschaften zu schließen fördert das gegenseitige Verständnis.
Die Bettina-von-Arnim-Oberschule war eine der ersten Schulen, die in Deutschland Chinesisch¬unterricht für Schüler anbot und ist bis heute auch eine der berühmtesten. Das künstlerische Lehrangebot und das Engagement der Lehrkräfte der Hannah-Höch-Grundschule haben zu ihrem ausgezeichneten Ruf in Kreisen der Berliner Grundschulen geführt. Die beiden Schulen sind enge Partner des FiAKE e.V.

In der Küche der Bettina-von-Arnim-Oberschule finden die Schüler zum ersten Mal heraus, wie einfach das Pizzabacken doch ist!

Ein gemeinsames Essen bietet eine schöne Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens.

Kleine Geschenke, große Bedeutung – die Schüler überreichen sich gegenseitig Geschenke.
Der Nachmittag wurde von einem abwechslungsreichen Kunstunterricht abgerundet. Die Schüler aus Dalian konnten dabei ihren Wünschen und Stärken entsprechend zwischen verschiedensten Angeboten wählen. Zur Auswahl standen unter anderem Barocker Tanz, Druck mit einer Druckerpresse, Siebdruck, Malen am Computer und digitale Fotografie.

Mit feinsten Barocken Kleidern versehen, begannen die Schülerinnen elegant zu tanzen.

Der Unterricht, der sich größter Beliebtheit erfreute, war zweifelsohne der Siebdruck. Jeder Teilnehmer konnte ein selbst bedrucktes T-Shirt mit der Aufschrift "Willkommen in Berlin" mit nach Hause nehmen.

Die bunt gemischte künstlerische Veranstaltung endete unter dem fröhlichen Gelächter der Schüler. Die deutschen und chinesischen Freunde versammelten sich, um ihre Werke zu präsentieren. Sie fanden die Arbeit in den kleinen Gruppen sehr interessant und hoffen, auch beim nächsten Mal wieder in Berlin dabei sein zu können, um an den Aktivitäten zum Austausch zwischen der deutschen und chinesischen Jugend teilzunehmen. Sie hoffen dadurch, ihren Horizont zu erweitern und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
